Aufteilungspläne in Gelsenkirchen — bemaßt und nummeriert, aus einem Archiv mit drei früheren Städten
Ein Aufteilungsplan ist rechtlich überall in Deutschland dieselbe bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung nach § 7 WEG. Was ihn in Gelsenkirchen oft aufwendiger macht als anderswo, ist die Quellenlage – und die reicht über die allgemeine Kriegszerstörung hinaus, die auch für Gelsenkirchener Grundrisse schon eine Rolle spielt. Weil die Stadt mit ihren Hydrierwerken Nordstern, Scholven und Gelsenberg synthetisches Benzin für die Wehrmacht produzierte, flogen Briten und Amerikaner nach Angaben des Instituts für Stadtgeschichte mehr als 50 gezielte Angriffe allein auf diese Anlagen; der Großangriff vom 6. November 1944 forderte an einem einzigen Tag 518 Todesopfer. Für den Aufteilungsplan zählt am Ende aber weniger diese Zerstörung selbst als eine Besonderheit der Aktenführung: Das städtische Archiv verwahrt bis heute getrennte Bestände aus der Zeit vor 1928, als Gelsenkirchen, Buer und das Amt Horst noch drei eigenständige Verwaltungen waren.
- Wann Sie in Gelsenkirchen einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Gelsenkirchener Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Gelsenkirchener Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Gelsenkirchen – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Gelsenkirchen
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Gelsenkirchen beeinflusst
Wann Sie in Gelsenkirchen einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist auch in Gelsenkirchen keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Referats 63, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung – in Gelsenkirchen ohne die zusätzliche Umwandlungsgenehmigung, die es in Nordrhein-Westfalen bislang nirgends gibt.
- Bei einem Neubau, etwa im Waldquartier an der ehemaligen Kinderklinik, lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Für ein bestehendes Gebäude führt das Referat 63 die laufende Hausakte selbst – rund 45.000 Akten in der Hausaktenregistratur, verwaltet im Rathaus Buer. Reicht diese laufende Akte nicht aus oder existiert das Gebäude in seiner ursprünglichen Form gar nicht mehr, ist das Institut für Stadtgeschichte die richtige Anlaufstelle: Gelsenkirchens Stadtarchiv verwahrt auf rund 5.000 laufenden Metern Akten, Karten und Pläne der Stadtverwaltung, schwerpunktmäßig ab dem 19. Jahrhundert. Wer dort nach älteren Unterlagen sucht, muss allerdings wissen, welcher der drei Vorgängerverwaltungen ein Grundstück vor dem 1. April 1928 zugeordnet war: An diesem Tag gingen die bis dahin eigenständigen Städte Gelsenkirchen und Buer gemeinsam mit dem Amt Horst in der neuen Stadt Gelsenkirchen-Buer auf – benannt nach den beiden größeren Partnern, mit zusammen rund 340.000 Einwohnern. Das Institut für Stadtgeschichte führt für diese Zeit bis heute getrennte Bestände, etwa „Gelsenkirchen vor 1928“ und ein eigenes Findbuch zum Amt Horst, in das auch Unterlagen des vormaligen Amts Buer übergegangen sind. Für den Aufteilungsplan eines älteren Gebäudes bedeutet das: Die entscheidende Vorfrage ist nicht nur, ob überhaupt eine Akte existiert, sondern zu welcher der drei einstigen Verwaltungen das Grundstück ursprünglich gehörte.
Woher Ihr Gelsenkirchener Aufteilungsplan stammt
Je nach Gebäude und Aktenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der laufenden Hausakte des Referats 63
Ist die beim Referat 63 geführte Hausakte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – die Maße müssen dann nur noch um die Einheiten-Nummerierung ergänzt werden.
Aus dem Institut für Stadtgeschichte
Für ältere oder nicht mehr existierende Bauunterlagen lohnt sich ein Blick in die getrennten Vorkriegsbestände zu Gelsenkirchen, Buer und dem Amt Horst – vorausgesetzt, es ist bekannt, welcher der drei Vorgängerverwaltungen das Grundstück vor 1928 zuzuordnen war.
Per Vor-Ort-Vermessung
Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen. Nach den schweren Luftangriffen auf die Hydrierwerke und die Innenstadt 1944 ist das für ältere Gelsenkirchener Gebäude keine Seltenheit.
Welche Unterlagen für Ihren Gelsenkirchener Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel:
- Hausakten-Anfrage mit Eigentumsnachweis
Für die Einsicht beim Referat 63 oder beim Institut für Stadtgeschichte werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und, bei Beauftragung durch Dritte, eine Vollmacht verlangt.
- Angaben zur Lage vor 1928
Bei einer Archivrecherche zu älteren Gebäuden hilft die Kenntnis, ob das Grundstück vor der Städtevereinigung zu Gelsenkirchen, Buer oder dem Amt Horst gehörte – sie entscheidet, in welchem Bestand des Instituts für Stadtgeschichte zu suchen ist.
- Vorhandene Grundrisse oder Skizzen
Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.
Aufteilungspläne in Gelsenkirchen – Beispiele aus der Praxis
Gründerzeithaus in Alt-Gelsenkirchen ohne lückenlose Hausakte
Die beim Referat 63 geführte Hausakte beginnt erst nach dem Krieg, weil das Gebäude bei den Luftangriffen 1944 beschädigt und danach wiederaufgebaut wurde. Für die Zeit davor hilft nur der getrennte Vorkriegsbestand „Gelsenkirchen vor 1928“ im Institut für Stadtgeschichte weiter, sofern er zum heutigen Zuschnitt überhaupt noch passt.
Siedlungshaus in Buer mit Aktenspur im Amt-Horst-Bestand
Für ein Gebäude im heutigen Gelsenkirchen-Buer findet sich die älteste greifbare Unterlage nicht direkt unter Buer, sondern im Findbuch zum Amt Horst, weil einzelne Akten des vormaligen Amts Buer dorthin übergegangen sind – ohne diese Kenntnis bliebe die Recherche erfolglos.
Neubauwohnung im Waldquartier mit vollständiger digitaler Akte
Die Bauunterlagen liegen von Beginn an digital vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten – ohne Archivrecherche oder erneute Vermessung.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Gelsenkirchen
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Gelsenkirchen liegt das Gewicht früh darauf, zu klären, welche der beiden städtischen Quellen infrage kommt – und bei älteren Gebäuden, zu welcher der drei Vorgängerverwaltungen sie ursprünglich gehörten:
- Hausakte beim Referat 63 prüfen
Wir klären, ob im Rathaus Buer eine vollständige, zum heutigen Zustand passende Hausakte vorliegt.
- Bei Bedarf das Institut für Stadtgeschichte einbeziehen
Für ältere Gebäude klären wir zunächst, ob das Grundstück vor 1928 zu Gelsenkirchen, Buer oder dem Amt Horst gehörte, und durchsuchen den entsprechenden Bestand.
- Fehlende Grundlage vor Ort aufnehmen
Reicht keine der beiden Quellen aus, wird das Gebäude direkt vermessen – als vollwertiger Ersatz, nicht nur als Ergänzung.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.
- Plan für Referat 63 und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Gelsenkirchen beeinflusst
In Gelsenkirchen entscheidet vor allem die Quellenlage über den Aufwand, nicht allein die Gebäudegröße:
- Vollständigkeit der laufenden Hausakte
Eine lückenlose, aktuelle Hausakte beim Referat 63 ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine zusätzliche Recherche oder eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Zuordnung zu einer der drei Vorgängerverwaltungen
Bei Gebäuden aus der Zeit vor 1928 kostet die Recherche im richtigen Bestand des Instituts für Stadtgeschichte zusätzliche Sorgfalt, wenn nicht von vornherein klar ist, ob Gelsenkirchen, Buer oder das Amt Horst zuständig war.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Grundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Getrennt liegende Nebenräume
Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.
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